Schlafendes Baby

Gesunder Baby-Schlaf

[dropcap]S[/dropcap]chlaf ist in den ersten Lebenswochen und Monaten eine der bevorzugten Tätigkeiten des Babys. Das macht es natürlich nicht aus Spaß, sondern der kleine Körper benötigt die Ruhezeiten intensiv für seine physiologische Entwicklung und Regeneration. Das Schlafverhalten an sich wandelt sich mit zunehmendem Alter enorm. Dennoch ist jedes Kind in seinem Verhalten und Ruhebedarf ein wenig anders aufgestellt. Daher sind Angaben zu Schlafzeiten grundsätzlich nur Richt- und Durchschnittswerte.

Richtwerte für Schlafenszeiten im ersten Lebensjahr

Nicht erst nach der Geburt, schon im Mutterleib, gibt es Unterschiede in aktiven und ruhenden Phasen. Während sich der Fötus noch in den ersten Schwangerschaftsmonaten in einem Zustand der Dämmerung befindet, wird er ab der 36. Schwangerschaftswoche langsam aktiv. Die Aktivität kann die werdende Mutter deutlich spüren und das auch zu Zeiten, in denen sie selbst eigentlich gerne Schlafen möchte. Das Kind führt dann schon sein Eigenleben mit einzelnen Wach- und Schlafperioden, unabhängig, ob es draußen Tag oder Nacht ist.

Nach der Geburt, im ersten Lebensmonat, bleibt der Säugling seinen, aus dem Mutterleib, bekannten Schlafrhythmus erst einmal treu. Den Wechsel zwischen Tag und Nacht kennt er noch nicht und es ist in den meisten Fällen ziemlich unberechenbar, wann er wieder aufwacht.

Jedoch insgesamt verschläft der Säugling mit rund 16,5 Stunden den 24-Stunden-Tag. Es gibt auch Säuglinge, die ganze 20 Stunden schlummern und andere, die mit nur rund 13 Stunden Schlaf gut auskommen.

In der Zeit ab dem 2. Lebensmonat bis etwa zum 6. Lebensmonat fängt der Säugling an, sich an den Wechsel von Tages- und Nachtzeiten anzupassen. Jede einzelne Schlafperiode dauert zirka 2 bis 4 Stunden. Zudem wird mehr und mehr in der Nacht geschlafen. Am Tag benötigt der Säugling irgendwann nur noch drei Schlafphasen, später auch nur noch zwei kürzere Schlafenszeiten. Schon ab dem 3. Lebensmonat können Eltern sich darauf freuen, dass der Säugling 5 bis 6 Stunden am Stück schläft. Zudem wird auch eine Mahlzeit zwischen den Schlafphasen häufiger ausgelassen.

Das kommt vor allem stillenden Müttern für ihre eigenen Schlafdefizite der letzten Wochen zu Gute. Sie können sich langsam wieder auf mehr Ruhe in der Nacht freuen. Wird das Baby mit der Flasche gefüttert, kann immer wieder der Vater auch zwischendurch einspringen, was beim Stillen, es sei denn, Milch wird abgepumpt, ja nicht möglich ist. Bis zum Ende des ersten halben Lebensjahres beginnt der Säugling mit dem Durchschlafen. Da Schlafen ein sehr individueller Vorgang ist, kann sich das Durchschlafen „lernen“ aber bei einigen Kindern noch länger hinziehen. Der komplette Tages- bzw. Nachtschlaf-Bedarf liegt dann bei rund 15 Stunden. Wobei es auch hier eine Spannbreite von drei Stunden nach oben oder unten gibt.

Vom 7. Lebensmonat bis zur Vollendung des 1. Lebensjahres werden die Schlafenszeiten des Babys immer verlässlicher. Insgesamt schläft es dann etwa 14 Stunden. Auch hier ist eine variable Spannbreite von zweieinhalb Stunden nach unten oder oben denkbar. Die Schlafzeiten nachts und tagsüber ergänzen sich. Wenn das Kind mehr am Tag schläft, braucht es nicht so viel Schlaf in der Nacht. Wer Wert auf die nächtliche Ruhe legt, sollte darauf achten, dass das Kind tagsüber nicht schon „zu viel“ Zeit „verschläft“, und nachts dann munter wird.

Gut und sicher (durch-)schlafen

Fast jedes junge Baby hat in der Nacht einen eher unruhigeren Schlaf. Zudem ist das Durchschlafen eine Frage, der Gehirnreife. Da der Reifungsprozess sehr individuell verläuft, verläuft der Zeitpunkt des Durchschlafens auch in einem ganz persönlichen Tempo. Um den ersten Geburtstag herum schläft in etwa jedes 5. Baby noch nicht durch. Auch wenn das Baby schon „durchschlaf-erfahren“ ist, so wird es immer wieder zu Phasen kommen, die Unruhe mit sich bringen, beispielsweise wenn es zahnt. Wer in einem gut gelüfteten, eher kühlem Zimmer bei Dunkelheit – eventuell mit einem Nachtlicht – schläft, kommt am besten zur Ruhe.

Das Bett sollte nur zum Schlafen gedacht sein. Essen oder Spielen im Bett ist Tabu. Früher ins Bett zu gehen, als Strafe ebenso. Außerdem sollte die Kleidung im Bett bequem und hautfreundlich sein. Eine sanfte Geräuschkulisse von den Stimmen der Eltern wirkt beruhigend. Komplette Stille dagegen kann auch angsteinflößend sein. Einschlafrituale, wie Geschichten erzählen, vorlesen, Beten oder Singen, liebevolles Streicheln oder ein kleines Gute-Nacht-Küsschen geben, schaffen Sicherheit im Abendablauf und Geborgenheit.

Plötzlichen Kindstod vorbeugen und Risiko senken

Das Bayerische Landesamt für Gesundheit und Lebensmittelsicherheit gibt zudem Tipps, wie der Plötzliche Kindstod (Sudden Infant Death Syndrome; SIDS), bei gesund erscheinenden Säuglingen, der meistens im Schlaf im Laufe der ersten Lebensmonate auftreten kann, keine Chance hat. Auch wenn die Diagnose selten ist, so sind in Deutschland immerhin noch 150 Fälle pro Jahr zu beklagen. Das Risiko kann gesenkt werden, wenn das Baby nachts in Rückenlage schläft, es gestillt wird und der Wohnraum unbedingt rauchfrei ist. Zudem ist ein Schlafsäckchen und kein Kissen aus Sicherheitsgründen in der Nacht die beste Lösung. Tagsüber kann das Baby ruhig mal auf eine gemütliche Decke zum Kuscheln und Spielen gelegt werden, wenn es beaufsichtigt wird. Ganz individuelle Kuscheldecken für die ganze Familie gibt’s bei wildemasche.com. Diese bieten Kuschelspaß für alle Familienmitglieder. Doch in der Nacht sollte es für das Baby auch immer einen Schutz vor Überwärmung geben.

Zudem empfehlen Gesundheitsexperten als Schutzmaßnahme vor dem plötzlichen Kindstod, das Kind im eigenen Bettchen, aber im elterlichen Schlafzimmer ruhen zu lassen, auch wenn die Öffentlichkeit eine Selbstständigkeit im eigenen Kinderzimmer immer wieder propagiert. Wenn Kinder jedoch die Schlafgeräusche des Atmens ihrer Eltern nachts hören, sollen sie in ihrer eigenen Atmung angeregt werden. Außerdem sollte die Babymatratze so fest sein, dass der Säugling nicht darin versinkt. Ein kleines Kuscheltier mit im Bettchen ist eine gute Lösung. Zu viele Teddys oder Tierchen im Bett stellen jedoch ebenfalls ein Risiko dar.

1 Kommentar
  1. Klara W. sagte:

    Sehr informativer Artikel, danke :) Als junge Mutter macht man sich ja ständig um alles Sorgen und spitzt auch immer ganz angespannt die Ohren, ob man denn auch wirklich noch Atemgeräusche aus dem Schlafzimmer hört. Du schreibst, dass gar kein Kissen für die Nacht am besten wäre. Was ist denn mit so ganz flachen speziellen Babykissen aus Vlies? Sind die auch gefährlich?
    LG
    Klara

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