Geschwisterstreit: Wie Sie sich verhalten sollten

„Mama – Felix hat mir meinen Gameboy weggenommen.“ – „Mama, Lara hat alle Chips alleine gegessen.“ „Papa, der Julian nervt. Ich will nicht, dass der mein Bruder ist.“ Einige von wenigen Sätzen, die Eltern von mehreren Kindern tagtäglich hören. Egal ob Schwestern oder Brüder: Dass Geschwisterkinder sich streiten – und das zum Teil richtig heftig – ist ganz normal. Sie lernen durch diese Streitereien, ihre eigenen Interessen zu vertreten und letztlich auch (obwohl es für manche Eltern zunächst einmal nicht den Anschein hat), die Interessen anderer Menschen zu achten.

Wie sollen sich Eltern verhalten, wenn ständiger Geschwisterstreit den familiären Frieden stört?

  • Es ist ein Streit zwischen den Kindern, deshalb sollte man sich als Eltern erst einmal ganz klar heraushalten, wenn nur verbal gestritten wird. Offene Auseinandersetzungen, in denen der Nachwuchs sich für die eigenen Belange einsetzt, sind sicherlich besser als tiefe Frustration und schmollendes Zurückziehen. Seinem Ärger darf man Luft machen.
  • Ruhig bleiben und sich zurückhalten: Ein Eingreifen ist erst gefragt, falls die Situation immer mehr eskaliert, eine Einigung immer unwahrscheinlicher wird und Geschwister zum Beispiel auch handgreiflich werden.
  • Sich nicht auf eine Seite ziehen lassen und keine Partei ergreifen – auch wenn die Kinder versuchen, eine Stellungnahme zu den eigenen Gunsten zu erzwingen.
  • Falls Sie eingreifen müssen, weil körperliche Gefahr droht: energisch, sachlich und bestimmt reagieren. Verletzungen müssen tabu bleiben – und das muss den Kindern auch später in einem Gespräch, wenn sich die Gemüter wieder beruhigt haben, klar gemacht werden.
  • Auch wenn man selbst genervt und sauer ist: Nicht persönlich werden und keine verallgemeinernden Kommentare abgeben.
  • Wenn der Geschwisterstreit einfach nicht enden will, mit Anregungen einer Einigung eine Chance geben, also Tipps für Kompromisse geben, zum Beispiel ein Abwechseln bei dem heiß begehrten Spielzeug.
  • Kompromisse sollten jedoch nicht aufgezwungen werden. Kommt es zu keiner Einigung, dann nehmen Sie das Streitobjekt einfach weg. Das begehrte Spielzeug wird eingeschlossen und steht niemandem mehr zur Verfügung oder der Fernseher bleibt für beide Kinder aus.
  • Die Folgen eines Streites beide Kinder gemeinsam ausbaden lassen, auch wenn eines vielleicht eindeutig mehr Schuld an dem Streit hat. Klar machen, dass das nicht ungerecht, sondern lediglich die Konsequenz für alle Beteiligten ist. Folge könnten möglicherweise sein, dass die Kinder sich plötzlich wieder verbrüdern – gegen Sie, weil Sie dem Nachwuchs etwas weggenommen haben.
  • In ruhigen Momenten das Gespräch suchen und über die Umgangsformen innerhalb der Familie sprechen. Dabei die Solidarität der Kinder fördern, ihnen gemeinsame Aufgaben stellen und sie als Team loben.
  • Darauf achten, dass nicht eines der Kinder bevorzugt und eher in Schutz genommen wird. Keine Vergleiche zwischen den Kindern anstellen, jeder Mensch ist nun einmal anders. Immer gerecht bleiben.
  • Den Kindern klar machen, dass die Liebe allen Geschwistern gleich gilt – unabhängig von den Talenten, den Fähigkeiten und den Charaktereigenschaften. Denn Eifersucht schürt den Geschwisterstreit. Also keinen Grund zur Eifersucht geben. Unterschiedliches Behandeln der Kinder sollte erklärt werden. Dem Nachwuchs muss klar gemacht werden, dass zum Beispiel das Alter Grund für einen anderen Umgang sein kann und dass das nichts mit mehr oder weniger Zuneigung zu tun hat.

Bildquelle: ©Dmitry Naumov / iStock


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