Frühgeburten

[dropcap]V[/dropcap]on einer Frühgeburt spricht man, wenn ein Baby vor der 37. Schwangerschaftswoche zur Welt kommt. Wie es nach einer Frühgeburt weiter geht, hängt davon ab, auf welchem Entwicklungsstand das Frühchen ist und wie viel es wiegt.

Frühgeburten werden unterschieden in Gewichtskategorien und Geburtszeitpunkt. Die Bereiche sind unterteilt in extrem niedriges Gewicht, sehr niedriges Gewicht und späte Frühgeburt. Babys vor der 29. Woche und mit weniger als 1000 Gramm sind Frühgeborene mit extrem niedrigen Gewicht. Zu sehr niedrigem Gewicht gehören Frühchen, die vor der 32. Schwangerschaftswoche geboren wurden und weniger als 1500 Gramm wiegen. Eine Frühgeburt zwischen der 32. und 37. Woche sind Späte Frühchen.

Ursachen und die medizinische Behandlung

Die häufigsten Ursachen einer Frühgeburt sind Alkoholkonsum, das Rauchen oder eine Infektion während der Schwangerschaft. Ebenfalls können Schwangerschaftsdiabetes oder Bluthochdruck zu einer Frühgeburt führen. Auch bei Mehrlingsgeburten kommt es aufgrund der Versorgung und des Platzmangels häufig zu einer Frühgeburt.
Eine anstehende Frühgeburt wird bereits von einem Kinderarzt begleitet, damit das Baby nach der Geburt sofort ärztlich betreut wird. Im Anschluss wird das Neugeborene in einen Brustkasten gelegt und auf die Neugeborenenstation oder auf die Intensivstation gebracht. Dort werden mithilfe medizinischer Geräte die Körperfunktionen genau überwacht und eventuell eine Magensonde gelegt und das Neugeborene künstlich beatmet.
Auch der Kontakt mit den Eltern ist wichtig. Meist wird einem Elternteil das Baby auf den Bauch gelegt. Dieser Kontakt hat einen Einfluss auf Atmung und den Kreislauf des Säuglings.

Kleidung, Pflege und Ernährung

Die Kleidung einer Frühgeburt sollte die Körpertemperatur zu halten. In der ersten Zeit zu Hause sollten Frühchen eine Mütze tragen, um ein schnelles Auskühlen zu verhindern. Bei kalten Händen oder Füßen können Handschuhe oder Söckchen Abhilfe schaffen oder auch eine Massage.
Bei der Pflege ist weniger oftmals mehr. So reicht bei einem Bad eine Wassertemperatur von 37°C aus, eventuell mit einem Tropfen Öl oder Muttermilch. Häufigeres Wickeln schützt vor Hautreizungen allerdings sollten eher ein Waschlappen und warmes Wasser als Feuchttücher benutzt werden.
Die beste Nahrung für eine Frühgeburt ist die Muttermilch. Sollte dies nicht möglich sein, bieten Babynahrungsmittel einen guten Ersatz, da diese speziell auf Babys abgestimmt sind. Die Ernährung der Mutter ist ebenso wichtig. Alkohol und Tabak sind ein absolutes Tabu. Wenn Sie das Gefühl haben, Ihr Kind wird Stillen nicht mehr satt, wird der Arzt oder die Hebamme, welche Nahrungsaufbaumittel nun am besten für Ihr Baby sind.

Die Zeit nach dem Krankenhaus

Nach vielen Fortschritten, manchmal auch Rückschritten, geht es dann nach Hause. Die erste Zeit nach der Entlassung aus dem Krankenhaus kann schwer sein, besonders die ersten Nächte könnten unruhig verlaufen. Nach der Entlassung stehen der Kinderarzt und das Klinikpersonal immer zur weiteren Betreuung bereit. Das Baby muss sich erst an die neue Umgebung gewöhnen und auch die Eltern müssen sich auf die neue Situation einstellen. Ein gleichmäßiger Tagesablauf ist nach einer Frühgeburt wichtig, damit das Frühchen nicht durcheinandergebracht wird. Damit die Körperfunktionen ihre Stabilität beibehalten ist ein fester Rhythmus unabdingbar.
Das Baby sollte in einem Schlafsack schlafen bei einer Raumtemperatur von 18°C und ohne Kissen. Sollte das Baby frieren, sollte nicht geheizt, sondern einfach etwas mehr angezogen werden. Ein guter Schlaf wird ebenfalls bei einer mittelharten Matratze und in Rückenlage gewährleistet.

Bildquelle: wikimedia / Stinelk

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