Frühgeburt

Frühgeborene – wie kommt es zu einer Frühgeburt?

[dropcap]A[/dropcap]uf die Geburt des Kleinen freuen sich alle Eltern, endlich das winzige Ding in den Händen zu halten, die faltige Stirn zu küssen. Allein bei der Vorstellung kommen vielen die Tränen. Dieser Moment gehört eindeutig zu den schönsten und aufregendsten im Leben jedes Menschen. Die Möglichkeit einer Frühgeburt wird dabei vergessen oder mit dem typischen Gedanken – mir passiert das schon nicht – überblendet.

Dabei gibt es jedes Jahr rund 46.000 bis 60.000 Frühgeborene allein in Deutschland. Dank des technischen Fortschritts und den medizinischen Innovationen, die die zahlreichen Risiken bei der Geburt minimieren, stehen die Überlebenschancen besser denn je – und doch sind die Risiken da.

Frühgeborene – Definition

Alle Babys, die vor der 37. Schwangerschaftswoche geboren werden, gelten als Frühgeborene. Rund 8.000 Babys im Jahr werden sogar vor der 30. Schwangerschaftswoche geboren. Eine Unterteilung erfolgt nach Gewicht.

Sehr kleine Frühgeborene wiegen weniger als 1.500 Gramm und extrem kleine Frühgeborene weniger als 1.000 Gramm. Laut einer Studie an 200 Frühchen, die zwischen 1993 und 1998 zur Welt kamen, entwickelten sich lediglich die Hälfte normal, während die andere geistige und körperliche Defizite aufwies.

Wie kommt es zu einer Frühgeburt?

Ein häufiger Faktor zur Entstehung einer Frühgeburt ist eine Infektion des Uro-Genital-Traktes der Mutter. Eine Frühgeburt kann aber auch durch Stress, bereits bestehenden Krankheiten, Gestosen und Probleme mit der Plazenta ausgelöst werden. Seit der neunziger Jahre kommen weitere Gründe hinzu, wie das karrierebedingte hohe Alter der Mutter. Auch die künstliche Befruchtung ist hier ein Grund. Zwillings- und vor allem Drillingsgeburten vergrößern zudem die Wahrscheinlichkeit einer Frühgeburt.

Wie groß sind die Überlebenschancen?

Allgemein gilt, je weniger das Frühgeborene wiegt, desto weniger entwickelt ist es. Entsprechend sind auch die Überlebenschancen. „An der Grenze der Lebensfähigkeit“ stehen Frühgeborene, die ab der 24. Schwangerschaftswoche zur Welt kommen. Wird ein Baby zu diesem Zeitpunkt geboren, müssen die Ärzte hart um das Überleben des Kleinen kämpfen. Die Organe sind einfach noch nicht ausgereift genug. Insbesondere stellen die Lungen ein Problem dar, denn sie entwickeln sich als allerletztes. Auch Nieren und Darm funktionieren in diesem Stadium noch nicht richtig.

Welche Pflege und Ernährung brauchen Frühgeborene?

Bereits im Krankenhaus werden die Eltern in die Pflege von Frühchen einbezogen. Auch wenn das Frühgeborene aus dem Krankenhaus entlassen wird, bleiben die Eltern nicht ohne Hilfe. Bei Schwierigkeiten wie Fütterungsprobleme, Ein- und Durchschlafschwierigkeiten und Unruhezuständen helfen den Eltern Hebammen, Kinderärzte und die ambulante Pflege. In erster Linie brauchen alle Beteiligten nach der Entlassung des Frühchens aus der Klinik viel Ruhe, um Ausgeglichenheit zu finden. Das Frühgeborene sollte genügend Schlaf finden können. Jegliche Reizüberflutung wie laute Musik oder grelles Licht müssen vermieden werden.

Muttermilch eignet sich für das Frühgeborene hervorragend, da sie leicht verträglich ist und alle wichtigen Nährstoffe und Antikörper enthält, die für das Überleben des Kleinen wichtig sind. Wie ein kleines Kätzchen sollte es das Frühchen möglichst warm und kuschelig haben. Wichtig ist für das Frühgeborene auch genügend körperliche Wärme. Durch den Aufenthalt im Inkubationskasten sehnt es sich nach Geborgenheit und emotionaler Nähe. Wenn alle mitspielen, wird auch aus einer Frühgeburt ein schöner und aufregender Moment sowie ein Start in ein langes und glückliches Leben.

Bildquelle: J.K. Califf – Flickr.com (CC BY-SA 2.0)

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