Frühgeborene: Was Eltern darüber wissen sollten

Mit Frühchen umgehen können

Frühchen

In Deutschland gibt es immer mehr Frühgeborene, zurzeit sind es etwa neun Prozent aller Babys, die vor der 37. Schwangerschaftswoche auf die Welt kommen. Allerdings sind ihre Überlebenschancen auch viel größer als früher.

Gute Chancen für Frühchen

Bundesweit gibt es jährlich 63.000 Kinder, die vor der 37. Schwangerschaftswoche geboren werden. Auf eine medizinische Versorgung sind in der Regel nur diejenigen Frühchen angewiesen, die bei der Geburt weniger als 1.500 Gramm wiegen. Die Zahl solcher Kinder ist seit Mitte der 90. Jahre auch gestiegen und beträgt zurzeit etwa 12.000 Babys, die jährlich vor der 32. Schwangerschaftswoche das Licht der Welt erblicken. Als Hauptursache für diese Entwicklung nennen Mediziner den Fakt, dass die Frauen bei ihrer ersten Schwangerschaft immer älter werden.

Noch vor 30 Jahren haben Frühchen kaum Überlebenschancen, heutzutage sieht es zum Glück anders aus: 90 Prozent der Frühchen (Kinder, die nach der 26. Schwangerschaftswoche geboren werden) überleben die Frühgeburt ohne bleibende Schäden. In extremen Fällen, also bei Babys, die bei der Geburt weniger als 500 Gramm wiegen und schon um die 25. Schwangerschaftswoche rum zur Welt kommen, ist die Überlebensrate mit 75 Prozent etwas niedriger.

Vorsichtige und sanfte Behandlung wichtig

Laut Studien geht es den Frühgeborenen besonders gut, wenn man auf ihre Bedürfnisse achtet und sie bestens versorgt, vor allem nach dem Prinzip “minimal handling”. Krankenschwestern sollten die Babys so behutsam wie möglich versorgen, sie werden auch nicht mehr von Neonlicht geblendet. Über dem Wärmebett sind rote Tücher aufgehängt, um das grelle Licht zu dämpfen. Noch vor einigen Jahren lagen die Frühgeborenen nackt und ohne Umrandung in den Inkubatoren, heute dürfen sie mit Kuscheltieren ihr Bettchen teilen. Das gibt ihnen mehr Geborgenheit. In den Krankenhausräumen gibt es heutzutage auch weniger Lärm, weil die medizinischen Geräte viel leiser arbeiten als ihre Vorgänger, die meisten Alarmsignale sind heute nicht mehr akustisch, sondern optisch (Blinklicht).

Eltern können die Geburts-Stationen auch besuchen, was früher nicht möglich war. Körperkontakte und seelische Bindung sind für die Frühchen besonders wichtig, weil sie ihre Entwicklung enorm verbessern. Bewährt hat sich vor allem die sogenannte Känguru-Methode: Das Baby liegt direkt auf der Brust der Mutter oder des Vaters, auch dann, wenn es noch künstlich beatmet wird. Es wurde nachgemessen, dass auf diese Weise Babys tiefer und ruhiger atmen können.

Wann darf man Frühchen nach Hause nehmen?

Das Baby darf erst dann nach Hause genommen werden, wenn die Nahrungsaufnahme richtig funktioniert, es stetig an Gewicht gewinnt und wenn es von dem behandelnden Arzt für stabil genug erklärt wird. In der Regel passiert das um die 38. Schwangerschaftswoche herum oder dann, wenn das Kind mindestens 2.500 Gramm wiegt. Falls das Kind vor der 30. Schwangerschaftswoche geboren wurde, dann kommt es frühestens erst nach der 40. Woche nach der Entbindung nach Hause.

Reportage – Frühgeborenen-Intensivstation (Part 1/3)

Bildquellen
Artikelbild: © panthermedia.net / Miroslav Beneda





-Anzeige-

Hinterlasse jetzt einen Kommentar

Kommentar hinterlassen

E-Mail Adresse wird nicht veröffentlicht.


*