junge Mutter

Frühe Schwangerschaft: Tipps für Mütter unter 18

Für minderjährige Mütter gibt es einige besondere Regelungen. Ob es um Sorgerecht, Elterngeld, Kinderbetreuung oder Mutterschutz geht – Mütter unter 18 genießen hier eine Sonderbehandlung.

Rechtliche Lage

[dropcap]E[/dropcap]ine minderjährige Mutter hat auf das alleinige Sorgerecht zunächst keinen Anspruch. Bis sie 18 ist, stellt das Jugendamt einen Vormund für das Kind. Es können zum Beispiel die Eltern des Mädchens das Sorgerecht übernehmen oder anfangs der Vater, falls er volljährig ist.

Die Mutter muss ihren Ausbildungsplatz deswegen nicht aufgeben, das betrifft auch den Auflösungsvertrag. Bei der zuständigen Innung beantragt man eine Verlängerung der Ausbildungszeit, die sich nach der Dauer der Elternzeit richtet. Sechs Wochen vor dem errechneten Entbindungstermin und bis zu zwei Monaten nach der Entbindung darf der Arbeitgeber die junge Mutter nicht entlassen, Schüler sind in dieser Zeit von der Schulpflicht befreit.

Bis zu drei Jahre Elternzeit

Mutter und Vater können eine Elternzeit nehmen, die bis zu drei Jahre ab Geburt beträgt. In dieser Zeit darf den Eltern nicht gekündigt werden. Sie müssen jedoch mindestens sieben Wochen vor Beginn den Arbeitgeber darüber informieren. Bei Schülern besteht kein Anspruch auf Elternzeit, sie können sich aber von der Schulpflicht befreien lassen.

Finanzielle Unterstützung

Bei Kindern, die nach dem  01.01.2007 geboren wurden, haben Mütter und Väter Anspruch auf Elterngeld, was auch für Schüler und Auszubildende gilt. Je nach Einkommen kann das Elterngeld zwischen 300 und höchstens 1.800 Euro betragen und wird maximal bis 14 Monate nach der Geburt gezahlt. Das ist aber nur dann möglich, wenn beide Elternteile die Elternzeit beantragt haben. Bei nur einem Elternteil sind es lediglich zwölf Monate. Mütter unter 18 haben für sich selbst und für ihr Kind Anspruch auf Kindergeld.

Die Höhe des Kindergeldes beträgt jeweils 184 Euro im Monat. Beim dritten Kind sind es 190 Euro, für das vierte und jedes weitere Kind 215 Euro pro Monat. Der entsprechende Antrag wird schriftlich bei der Familienkasse der zuständigen Agentur für Arbeit gestellt. Falls die Eltern Geringverdiener sind, können sie zudem einen Kinderzuschlag beantragen, der monatlich höchstens 140 Euro beträgt.

Mutterschaftsgeld von der Krankenkasse

Darüber hinaus können minderjährige Mütter bei ihrer Krankenkasse Mutterschaftsgeld beantragen. Dadurch können sie in den Schutzfristen – sechs Wochen vor und acht bzw. zwölf Wochen nach der Geburt – bis zu 13 Euro pro Tag bekommen. Schüler sind noch familienmitversichert und haben darauf keinen Anspruch. Vater des Kindes muss für das Kind und die Mutter Unterhalt bezahlen.

Wenn er dazu finanziell nicht in der Lage ist, kann eine alleinerziehende Mutter beim zuständigen Jugendamt einen Antrag auf Unterhaltsvorschuss stellen. Bei Kindern bis fünf Jahre alt bekommt die Mutter dann monatlich 133 Euro, danach sind es 180 Euro im Monat. Der Unterhaltsvorschuss wird für höchstens 72 Monate gewährt und endet spätestens, wenn das Kind zwölf Jahre alt wird.

Wohnverhältnisse junger Mütter

Minderjährige Mütter können zum Beispiel einen Platz in einer Mutter-Kind-Einrichtung beantragen. Die Kosten dafür übernimmt grundsätzlich das Jugendamt. Sind die Eltern 16 Jahre alt oder älter, können sie mit Zustimmung ihrer Eltern oder des Jugendamtes in eine eigene Wohnung einziehen.

Eltern können dann beim Wohnungsamt ein Wohnberechtigungsschein beantragen und sich wohnungssuchend melden. Die Mietkosten können mittels Wohngeld bezuschusst werden, das beim Amt für Wohnungswesen beantragt wird.

Cosmo TV_ Minderjährig und schwanger 16.01.2011

Bildquellen
Artikelbild: © panthermedia.net / subbotina

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