Erste Hilfe

Erste Hilfe: So gehen Sie bei Kindern vor

Die größten Gefahren für Kinder waren in der Vergangenheit vor allem verschiedene Infektionskrankheiten, die das Leben der Kleinen bedroht haben. Heutzutage gibt es für nahezu alle solche Krankheiten eine entsprechende Impfung, die den nötigen Schutz vor Erkrankung gibt. Allerdings ist das Leben der Kinder weiterhin unterschiedlichen Gefahren ausgesetzt. An erster Stelle stehen Unfälle, an denen sie beteiligt sind. Die Statistiken darüber sind alarmierend: Bevor ein Kind das Alter von 15 Jahren erreicht, ist es an mindestens vier bis fünf Unfällen beteiligt.

Erste-Hilfe-Maßnahmen bei Kindern

[dropcap]V[/dropcap]on der richtigen Vorbereitung der Eltern für den Notfall kann in vielen Fällen das Leben des Kindes abhängig sein. Deswegen sollten sich Eltern mit dieser Thematik eingehend auseinandersetzen. Zuallererst notiert man sich die Notrufnummer 112, unter den deutschlandweit der Rettungsdienst angerufen werden kann.

 

Bei Anruf ist wichtig, den Ort des Unfalls mitzuteilen sowie die ersten Informationen zum Unfallhergang und Beschreibung zu liefern. Die Art der Verletzungen und das Alter des Kindes sollten auch dem Rettungsdienst mitgeteilt werden. Danach auf Rückfragen warten und zum Schluss eine Rückrufnummer durchgeben, damit der Kontakt zu den Rettungskräften aufrechterhalten bleibt und man falls notwendig weitere Hinweise von dem Notarzt bekommen kann.

Vorbereitet auf den Notfall

Pflichtbewusste Eltern haben zu Hause einen gut ausgestatteten Verbandskasten, in den unter anderem Pflaster, Mullbinden, Verbandtuch, Einweghandschuhe, Rettungsdecke und eine Warm-/Kaltkompresse hineingehören. Darüber hinaus sollte die Hausapotheke mit Schmerzmitteln, Hustensaft, Nasentropfen, Wund- und Heilsalbe, Insektenstichmittel und Mittel gegen Sonnenbrand gut ausstaffiert sein.

Achten Sie dann darauf, dass die Medikamente und sonstigen medizinischen Hilfsmittel das Verfallsdatum nicht überschritten haben und tauschen sie diese gegebenenfalls aus.

Verhalten im Notfall

Falls das Kind beispielsweise regungslos auf dem Boden liegt, sollten Sie es erst ganz sanft an der Schulter berühren und ansprechen. Versuchen Sie das Kind vorsichtig zu ertasten, um herauszufinden, wo eine mögliche Verletzung vorliegt. Falls das Kind ansprechbar ist und sich äußert, versorgen Sie es so weit Sie es können. In den nächsten Stunden sollten Sie das Kind nicht aus den Augen lassen.

Falls es keine Reaktion zeigt, sollten Sie die Atmung kontrollieren, und falls Sie keine feststellen, starten Sie mit den Erste-Hilfe-Maßnahmen. Bei künstlicher Beatmung müssen Sie die Nase des Kindes zuhalten und die Luft gleichmäßig in seinen Mund blasen, bis Sie eine Erhebung des Brustkorbes feststellen. Nehmen Sie die Finger von seiner Nase weg und warten Sie, bis sich der Brustkorb wieder senkte. Dann wird der erste Schritt wiederholt, und zwar insgesamt fünf Mal in Folge.

Falls das Kind danach wieder selbstständig atmet, sollten Sie es in eine stabile Seitenlage bringen und den Notarzt telefonisch verständigen. Ist die Atmung weiterhin nicht vorhanden, ist eine sofortige Herzdruckmassage notwendig.

Herzdruckmassage bei Kindern

Für eine Herzdruckmassage wird der Handballen auf dem unteren Drittel des Brustbeins gesetzt. Danach mit gestrecktem Arm das Brustbein des Kindes vorsichtig 30 Mal nach unten drücken (Schnelligkeit: etwa 100 Mal/Minute). Diese komplexe Wiederbelebungsmaßnahme wird ungefähr eine Minute lang durchgeführt, und zwar im Verhältnis von 30 zu zwei (30 Herzdruckmassagen zu zwei Beatmungen).

Wenn die Atmung immer noch nicht vorhanden ist, die Notrufnummer anrufen und die Wiederbelebungsmaßnahmen so lange fortsetzen, bis der Notarzt da ist.

Erste Hilfe am Kind | Wiederbelebung/Reanimation bei Säuglingen und Kindern

Bildquellen
Artikelbild: © panthermedia.net / Leah-Anne Thompson

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