Gesunde Kinder – die Entwicklung des Immunsystems

Das Immunsystem lernt aus jeder erfolgreich abgewehrten Krankheit

Gesunde Kinder
Die Gesundheit eines Babys ist sofort nach der Geburt geschützt
[dropcap]D[/dropcap]as Immunsystem ist das Abwehrsystem des Körpers gegen Krankheitserreger, das jedem Lebewesen zu eigen ist. Dieses Abwehrsystem ist wichtig, denn es bekämpft schädliche Organismen, wie Bakterien, Viren, Pilze oder Parasiten, die in den Körper eingedrungen sind. Da der Mensch nicht in einem sterilen Glaskasten lebt, ist er ständig dem Einfluss bedrohlicher Mikroorganismen ausgesetzt. Ein funktionierendes Immunsystem hilft, diesen Bedrohungen zu widerstehen und gesund durchs Leben zu gehen.

Wann entwickelt sich das Immunsystem?

Das Immunsystem entwickelt sich bereits während der Schwangerschaft. Ab dem vierten Schwangerschaftsmonat erhält das Ungeborene über die Plazenta die Abwehrstoffe der Mutter. Eigene Abwehrstoffe entwickelt das Baby erst nach der Geburt. Diese Antikörper werden zunächst wahllos vom Körper gebildet. Der Körper des Neugeborenen weiß noch nicht, gegen welche Erreger er sich verteidigen muss. Erst nach circa drei Monaten ist das Immunsystem in der Lage koordiniert zu arbeiten und spezifische Abwehrstoffe aufzubauen.

Ab dem 4. Monat entwickelt jeder Mensch sein individuelles Immunsystem. Dabei trainiert das Abwehrsystem sein “Gedächtnis” mit jeder Krankheit ein bisschen mehr. Aus jeder erfolgreich abgewehrten Krankheit lernt das Immunsystem auf welche Weise bestimmte Erreger abgewehrt werden können.

Daher sollten Babys nicht allzu steril aufwachsen, denn das körpereigene Immunsystem braucht den Kontakt zu unterschiedlichen Erregern, um für das ganze Leben daraus zu lernen.

Es ist normal, dass kleine Kinder häufiger erkranken (zum Beispiel bis zu 12 Atemwegserkrankungen im Jahr). Infektanfällig ist ein Kind, wenn es häufiger als 12-mal jährlich krank wird und die Krankheiten langwierig sind.

Ist das Baby sofort nach der Geburt geschützt?

Obwohl sofort nach der Geburt das Immunsystem des Neugeborenen noch nicht funktioniert, ist das Baby geschützt. Der sogenannte Nestschutz hilft dem Kleinen über die ersten vier Wochen hinweg. Die durch die Plazenta aufgenommenen Abwehrkörper der Mutter schützen auch das Neugeborene. Nach circa vier Wochen sind diese Abwehrkörper aufgebraucht. Babys, die gestillt werden, erhalten durch die Muttermilch auch nach der Geburt die wertvollen Antikörper der Mutter und genießen auf diese Weise einen längeren Schutz.

Warum muss geimpft werden?

Weil nach spätestens zwei Monaten der Nestschutz vorüber ist, das körpereigene Immunsystem des Kindes aber noch nicht in der Lage ist gegen alle Erreger anzukämpfen, werden Babys gegen Krankheiten, die bei Kleinkindern schwer und manchmal sogar tödlich verlaufen, geimpft. Durch die Impfung kommt das Baby mit genau der Menge der Erreger in Kontakt, die das Immunsystem bekämpfen kann. Das heißt, die Krankheit bricht nicht aus, aber das Gedächtnis des Abwehrsystems wird geschult. Wenn das Kind später durch Umwelteinflüsse mit dem gleichen Erreger in Kontakt kommt, kann ihm vom Immunsystem erfolgreich entgegengewirkt werden. Spätestens bis zum Ende des 15. Lebensmonats sollte jedes Kind die empfohlenen Impfungen erhalten haben, und noch bevor das 18. Lebensjahr vollendet ist, sollten alle versäumten Impfungen nachgeholt worden sein.

Empfohlene Impfungen laut STIKO:

Ab einem Alter von zwei Monaten sollte die erste Teilimpfung gegen Tetanus, Diphterie, Pertussis (Keuchhusten), Haemophilus influenzae Typ b (Hirnhautentzündung), Poliomyelitis (Kinderlähmung), Hepatitis B (Gelbsucht) und Pneumokokken erfolgen. Gegen Meningokokken C (Hirnhautentzündung) wird ab 12 Monaten geimpft und die erste Teilimpfung gegen Masern, Mumps, Röteln und gegen Varizellen findet ab dem 11. Monat statt.

Bildquelle: Kelly Hofer – Flickr.com (CC BY 2.0)

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