Entgiftet unsere Kinderkleidung!

Greenpeace

Über 90 % der Kleidung wird in Asien produziert – zum Teil unter unhaltbaren Bedingungen. Greenpeace berichtete im vergangenen Jahr von alarmierenden Zuständen und verwies auf über 320 Millionen Menschen, denen in China der Zugang zu sauberem Trinkwasser verwehrt bleibt. Daraus erwuchsen die Detox-Kampagne und die Forderung an alle Textilfirmen, die fortschreitende Verschmutzung des Trink- und Grundwassers zu verhindern. Glücklicherweise folgten 31 Marken diesem Ruf und ersetzten die Schadstoffe in der Herstellung durch ungefährliche Substanzen.

Greenpeace lüftet den chemischen Schleier der Textilhersteller

[dropcap]E[/dropcap]in schmutziges Geheimnis vertuschten bisher nicht nur supergünstige Discounter, sondern auch namenhafte Hersteller. So verweisen Produkt und Preis nicht unmittelbar auf gefährliche Chemikalien. Die gefährlichen Stoffe sind nicht nur in der Kleidung enthalten, sondern sickern vor Ort direkt in die Flüsse und ins Grundwasser. Die Textilfabriken in China produzieren Abwässer, die wiederum die hiesigen Flüsse und das gesamte Trinkwasser verschmutzen – diese Zustände in einem Land, das mittlerweile der global größte Textilproduzent ist. Mittlerweile sind ca. zwei Drittel aller Gewässer mit gesundheitsschädlichen Chemikalien versetzt. Dies führt unwiderruflich zur Verschmutzung von 60 % der Trinkwasserreserven Chinas.
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Die Textilbranche gewinnt – die Umwelt verliert

Weltweit geben wir Konsumenten jährlich ca. 80 Milliarden Euro für Kleidung aus. Allein jeder Deutsche kauft durchschnittlich 60 Kleidungsstücke jedes Jahr. 40 % der Kleidung in Ihrem Kleiderschrank tragen Sie selten oder fast nie. Ein Großteil der Kleidungsstücke kommt aus China. Die Hersteller lassen vor Ort die Kleidungsstücke zu einem Bruchteil des Verkaufwertes produzieren. So überqueren ca. 260 Millionen Kleidungsstücke jedes Jahr die chinesischen Landesgrenzen. Die Hersteller und Händler machen ein gutes Geschäft: Die Umwelt und die chinesischen Bürger verlieren. Erst die Detox-Kampagne von Greenpeace deckte im letzten Jahr dieses schmutzige Geheimnis vieler Modeunternehmen auf.

Amazon Image [box type=alert]Das erschreckende Ergebnisse der Testreihe

Die Ergebnisse basieren auf einer ausführlichen Testreihe, der Abwässer vor Ort, der fertig produzierten Textilien sowie der Abwässer, die aus Ihrer Waschmaschine kommen. Das Ergebnis ist alarmierend, denn zahlreiche schadhafte Chemikalien traten aus den Textilien hervor. Die Forderung war deutlich: Greenpeace forderte von den Modeunternehmen, fortan mit unschädlichen Substanzen in der Herstellung zu arbeiten. In diesem Zusammenhang brachte die Organisation einen Textilratgeber im vergangenen Jahr heraus, in denen Greenpeace die Verbraucher über die Marken und Labels informiert, die schadstofffreie Kleidung produzieren.

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31 Marken und Firmen setzen auf eine schadstofffreie Produktion

31 Unternehmen haben sich dazu entschlossen, ihre Textilien fortan giftfrei produzieren zu lassen. Neben Sport-Giganten wie Nike, Puma und Adidas zogen auch H & M, Esprit und Mango, Marks & Spencer sowie C & A, ZARA, Valentino oder Burberry mit – um nur einige wenige zu nennen. Auch Discounter folgten dem Ruf der Detox-Kampagne wenige Monate später. Die mehrheitliche Entscheidung für eine giftfreie Produktion bildet immerhin 15 % des globalen Marktes. Greenpeace bleibt auch weiterhin am Ball und überprüft alle teilnehmenden Marken im Produktionsprozess.

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Worauf sollten Sie bei der Auswahl Ihrer Kinderkleidung achten?

Neben dem kostenlosen Download des aktuellen Greenpeace Detox-Ratgeber können auch Sie beim Kauf auf einige wichtige Kriterien und Hinweise achten. Vermeiden Sie den Kauf von Kleidungsstücken, auf denen die Aufschrift: separat waschen oder vor dem Tragen waschen abgedruckt ist. Es handelt sich dabei um Textilien, die Farbstoffe enthalten, die wiederum von der Haut aufgenommen werden. Auch die bügel- und knitterfreie Bekleidung ist zumeist mit den chemischen Substanzen behaftet. Kaufen Sie zudem nur bei bekannten deutschen Shops wie Babywalz oder Vertbaudet. Das stellt sicher, dass keine illegalen Produktstoffe verwendet wurden.

[box type=event]Was macht Kleidung wirklich “ökologisch”?

Überprüfen Sie jedes Kleidungsstück auf seine handwerkliche Qualität. Nur die Kinderkleidung ist wirklich ökologisch, die über eine maximale Lebensdauer und darüber hinaus getragen werden kann. Sie haben den Kleiderschrank Ihres Kindes aussortiert? Dann bieten Sie die Kleidungsstücke auf dem Second Hand Markt oder Flohmarkt an, sodass auch andere Mütter einen Pullover, eine Hose oder eine Jacke nutzen können. Günstige Massenware, die weit unter dem Preis angeboten wird, lässt zu Recht Zweifel aufkommen, ob diese vor Ort wirklich fair und chemiefrei produziert wurde.

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Fazit

Die Greenpeace Detox-Kampagne hat wie eine Bombe in der Kleidungsbranche eingeschlagen und mittlerweile 31 Unternehmen dazu gebracht, die gesamte Produktion auf schadstofffreie Substanzen umzustellen. Dies macht immerhin einen Marktanteil von 15 % der Textilbranche aus. Selbst zahlreiche Lieferanten nehmen mittlerweile an dieser Initiative teil, die Greenpeace im laufenden Prozess der Herstellung streng überprüft. Achten Sie selbst beim Kauf auf hochwertige und belastbare Kleidungsstücke, die Ihr Kind über die maximale Lebensdauer hinweg tragen kann und die je nach Bedarf auch an andere Kinder weitergegeben werden kann. Meiden Sie hingegen bügelfreie und knitterfreie Kleidung oder Textilien, die vor dem ersten Tragen zu waschen sind.

Links zur weiterführenden Information

https://www.greenpeace.de/kampagnen/detox

Bildquellen
Artikelbild: © panthermedia.net /kzenon

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