Baby Wunder Po

Ursachen und Hilfe

Baby Wunder Po

Wie heißt es so schön: “Zart wie ein Baby-Popo” und tatsächlich ist die Haut eines Babys fünf Mal dünner als die Haut eines Erwachsenen. Da liegt es auf der Hand, dass die Baby-Haut spezielle Pflege braucht, ganz besonders im Po-Bereich. Sie sehen nun Ursachen und Hilfen bei einem wunden Baby Po.

Ursachen und Abhilfen beim wunden Baby-Po

[dropcap]B[/dropcap]ei Neugeborenen wird empfohlen sie bis zu acht Mal am Tag zu wickeln. Erst nach ein paar Wochen kann man diese Prozedur ggf. auf 5 Mal reduzieren. Bei sehr empfindlicher Haut hilft ein öfterer Wechsel der Windeln als erste Maßnahme auf jeden Fall. Grundsätzlich wichtig ist, dass ein Kinder-Popo stets sauber und trocken gehalten werden muss und auch ausreichend lange frischer Luft ausgesetzt werden soll.

Aber auch die beste Pflege kann nicht immer hundertprozentig verhindern, dass ein Kinder-Po auch mal wund ist. Um hier die richtige Hilfe leisten zu können, sollte man erst einmal versuchen, die Ursache des Problems zu ermitteln. Beginnen wir also mit einem genaueren Blick auf den größten Muskel unseres Körpers, um dann speziell auf den zarten Baby-Po einzugehen.

Die oberste Lage unserer Haut bildet die Hornschicht und den Säuremantel, beide zusammen haben u. a. die wichtigen Funktionen, Krankheitserreger abzuwehren und die Haut vor Austrocknung zu schützen. Allerdings sind diese Hautschutzbarrieren bei Babys und Kleinkindern noch nicht ausreichend entwickelt. Hinzu kommt, dass die Schweißdrüsen des Babys, die ja bekanntlich für die Regulierung der Körpertemperatur zuständig sind, ebenfalls noch nicht ausgereift sind.

Auch ist die Oberhaut der Babys noch nicht in der Lage, eine ausreichende Menge des Farbstoffs Melanin herzustellen, der unsere Haut vor der aggressiven UV-Strahlung schützt. Genügend Gründe also dafür, dass die Haut des Babys wesentlich mehr Schutz und Pflege braucht, als die Haut eines Erwachsenen. Urin, Stuhlgang und Schweiß bilden im Verein mit quasi luftdichten Windeln eine optimale Brutstätte für Keime und Bakterien. Darüber hinaus bietet der feuchtwarme Windelbereich auch die Lebensgrundlage für verschiedene Hefepilze.

Alles zusammen prädestiniert den Kleinkind-Po für eine besonders hohe Anfälligkeit für wunde Stellen und Entzündungen, was ständig ein hohes Maß der Aufmerksamkeit bei den Eltern erfordert. Da der Heilungsprozess bei überstrapazierter Haut im Po-Bereich deutlich langsamer verläuft als an vielen anderen Stellen des Körpers, kommt der Vorbeugung hier ein hoher Stellenwert zu.
Statistik: Höhe der Kosten für Kinder pro Monat in Deutschland nach Anzahl der Kinder | Statista
Mehr Statistiken finden Sie bei Statista

Häufige Ursachen für wunde Stellen und geeignete Gegenmaßnahmen

Moderne Windeln und deren optimal zusammengestelltes Material sind eine große Hilfe für die Eltern. Die Windeln haben heute eine erstaunlich hohe Aufnahmekapazität für Flüssigkeiten, sie dichten gut ab und bedeuten kaum eine Bewegungseinschränkung für das Kleinkind. Aber es ist immer wieder festzustellen, dass die Windeln nicht oft genug gewechselt werden.

Möglicherweise spielt in manchen Fällen der Gedanke an die Kosten dabei eine Rolle. Wenn dem Baby beispielsweise sogenannte Muttermilch-Ergänzungsprodukte verabreicht werden, kann das häufig zu Reizungen des kindlichen Darms und damit zu häufigerem Stuhlgang führen, der dann auch chemisch etwas aggressiver eingestellt ist als bei reiner Muttermilch. Auch in diesen Fällen empfiehlt sich eine höhere Wechselfrequenz bei den Windeln.

Ein besonderes Augenmerk verdient die Situation bei der Zufütterung von Gemüse, Früchten oder Säften. Es ist allgemein bekannt, dass voll gestillte Babys signifikant weniger Hautprobleme insbesondere auch im Po-Bereich haben.

Ein anderer wichtiger Aspekt, der bei dieser Thematik auch eine Rolle spielen kann, ist möglicherweise die Ernährung der stillenden Mutter. Da sind es besonders die Fruchtsäuren von Zitrusfrüchten (Orangen, Zitronen oder Grapefruit), manchmal auch in Form von Vitaminbrausetabletten, die zu einer Irritation der kindlichen Verdauung führen können.

Badezusätze und Pflegemittel kommen ebenfalls als Verursacher bei Störungen der kindlichen Haut infrage. Um den reizenden Stoff herauszufinden, kann man versuchen, sukzessive immer ein bestimmtes Mittel über mehrere Tage wegzulassen. Wenn sich dann eine Besserung abzeichnet, hat man wahrscheinlich den ursächlichen Reizstoff gefunden.

Was aber auch sein kann: Das Kind verträgt gerade die Einmal-Höschenwindeln nicht. In diesem Fall muss man so schnell wie möglich auf Alternativen zugreifen, ggf. heißt das sogar, zurück zu Omas Windelwaschküche, die ihre Windeln noch aus alten Laken ungefähr im Format 80 x 80 cm zurechtgeschnitten hatte. Innen wurde dann als saugendes Material z. B. weiches Baumwolltuch eingelegt, ungefähr von der Struktur einer Mullbinde. Alles zusammen muss bei mindestens 60 Grad gewaschen werden, weil erst ab dieser Temperatur die langen Eiweißketten, aus denen auch Keime und Bakterien bestehen, aufgebrochen werden.

Frische Luft ist auf jeden Fall das A und O für das schnelle Abheilen eines wunden Pos. Geben Sie dem Kind daher auch vorbeugend jede Gelegenheit, sich möglichst lange Zeit mit nacktem Po bewegen zu können. Das bereitet dem Kind viel Freude, und es wirkt Wunder.

[flexvid][/flexvid]

Natürlich trägt mangelnde Hygiene stark zur Entwicklung eines wunden Pos bei. Daher besteht eine einfache und zugleich effektive Maßnahme darin, nach Entfernen der Windeln den Po mit lauwarmem Wasser ohne Seife zu waschen und danach gut abzutrocknen. In keinem Fall sollte man jetzt einen Föhn verwenden, denn die Föhnluft trocknet die sensible Baby-Haut zu schnell aus und führt so zu noch mehr Reizungen.

Babys, insbesondere die kleinen Jungen, neigen in diesem Wohlfühlmoment sehr dazu, mit einer hohen Fontäne zu pinkeln. Bei Babys ist das noch niedlich. Dieser plötzliche salzhaltige und damit elektrisch gut leitende Strahl kann direkt den Strom führenden Föhn treffen mit fatalen Konsequenzen. Es ist viel besser, das Kind eine längere Zeit ohne Windeln zu lassen, dann wird sein Po automatisch trocken.

Sogar später noch, wenn die Kinder stolz ihre ersten Milchzähnchen kriegen, kann diese Situation aber einen gewissen Stress auch für das Immunsystem des Kindes bedeuten, und in der Folge können sich wieder Reizungen an der Haut des Pos ergeben. Unsere Haut ist eben auch ein Indikator dafür, ob etwas nicht stimmt in unserem Körper.

Wann sollte man den Kinderarzt aufsuchen?

Spätestens dann, wenn trotz aller hier angesprochenen Maßnahmen und sorgfältige Pflege keine Verbesserung erzielt werden kann, und der Baby-Po immer weiter hochrote, entzündete Stellen aufweist, dann ist der Gang zum Kinderarzt dringend geboten. Der Arzt kann schnell testen und erkennen, ob es sich z. B. um eine hartnäckige Pilzinfektion handelt. Eine Pilzinfektion, die manchmal auch als Windelsoor bezeichnet wird, wird durch den weißen Hefepilz Candida albicans ausgelöst.

Das ist eigentlich ein in den meisten Fällen eher harmloser Bewohner unserer Mundhöhle und des Verdauungstrakts, aber wenn dieser Pilz auf ein Baby über springt, das ja noch kein fertig entwickeltes Immunsystem besitzt, kann dieser Hefepilz dem Kind arge Probleme bereiten. So treten Mund- und Windelsoor häufig gleichzeitig auf, und deshalb wird der Arzt in der Regel auch beide Bereiche gleichzeitig behandeln. Diese Pilzinfektion kann man erkennen an den typischen, kleinen Schuppen und/oder Pusteln auf der Haut des Babys.

Der Säureschutzmantel der Oberhaut des Babys ist eine Art Mischung aus Fetten und Wasser, der einige Wochen braucht, bis er wieder vollständig aufgebaut ist. Der pH-Wert der Babyhaut ist etwas höher (6,5), also leicht basischer als der pH-Wert eines Erwachsenen (5,5), der gerade sauer genug ist, um krankmachende Keime einigermaßen erfolgreich abzuwehren. Obwohl man den sogenannten Baby-Speck oft gern belächelt, ist die Haut des Babys relativ fettarm, was ein Grund für die Neigung zu trockener Haut ist. Das betrifft immerhin ca. zwei Drittel aller Babys.

Neurodermitis

So leiden 10 bis 12 Prozent der Kinder unter sehr trockener, schuppender Haut, verursacht durch das so genannte atopische Ekzem, das besser unter der Bezeichnung Neurodermitis bekannt ist. Die Anzeichen dafür sind gerötete, stark entzündete und mit Krusten bedeckte Hautstellen im Gesicht der Babys, hinzu kommt ein ständiger Juckreiz und in dessen Folge intensive Kratzspuren.

Bei etwas älteren Kindern macht sich Neurodermitis besonders durch rote und entzündete Stellen im Knie- und Ellenbeugebereich bemerkbar. Neurodermitis ist überhaupt die häufigste, chronische Hauterkrankung bei Kindern. In allen diesen Fällen kommt man ohne die Hilfe des Kinderarztes nicht weiter.

[flexvid][/flexvid] Die Veranlagung und damit die Wahrscheinlichkeit zur Entwicklung einer Neurodermitis ist in vielen Fällen sogar erblich bedingt. Insofern kann eine bekannte Erkrankung eines Elternteils oder eines Geschwisterkindes ein entscheidender Hinweis für die richtige Diagnose sein.

Neben den Empfehlungen und Medikamenten des Arztes können auch die Eltern selbst einiges dafür tun, diese Krankheit erfolgreich zu bekämpfen oder sogar deren Ausbruch zu vermeiden oder mindestens abzumildern. Nachweislich effektive Maßnahmen sind:

  • auf die richtige/optimale Ernährung des Babys achten, ideal wäre eine mindestens sechsmonatige Stillzeit durch die Mutter.
  • falls die Mutter nicht stillen kann oder zufüttern muss, dann bitte auf eine so genannte (hyperallergene) “HA-Nahrung” zurück greifen.
  • im Fall stark allergiegefährdeter Kinder bitte auf “hydrolosierte” Nahrung achten, in der Beschreibung der Zusätze findet man hier den Hinweis: “in der GINI-Studie geprüft”.
  • mindestens bis zum 2. Geburstag des Kindes sollte auf stark allergieauslösende Lebensmittel wie Eier, Fisch oder Nüsse weitestgehend verzichtet werden.
  • nicht rauchen während der Schwangerschaft sollte eine absolute Selbstverständlichkeit sein, und danach sollte auf keinen Fall in der Wohnung und in der näheren Umgebung des Kindes geraucht werden.
  • vermeiden schädlicher Einflüsse wie Autoabgase oder Feinstaubpartikel.
  • möglichst keine Pflegeprodukte mit Paraffin, Konservierungsmittel, Duft- und Farbstoffen verwenden.
  • vermeiden von Stress innerhalb der Familie, denn Stress kann zur Ausschüttung von Hormonen führen, die einen Neurodermitis-Schub begünstigen.

Tipps und Tricks für einen zarten Baby-Po

Zur Reinigung des Baby-Pos verwenden Sie bitte lauwarmes, klares Wasser ohne Zusatzmittel. Im Fall von Rötungen auf dem Po besser abgekochtes Wasser mit ein wenig Calendula-Öl verwenden, da die Ringelblume etwas entzündungshemmend wirkt. Aber auf keinen Fall die Haut eines gereizten Baby-Pos mit ölgetränkten Tüchern aus der Drogerie abreiben.

Heilwolle mit einem hohen Anteil des natürlichen Wollfetts Lanolin kann auch Linderung verschaffen und die Abheilung unterstützen. Lanolin wirkt zugleich entzündungshemmend und hautpflegend. Übrigens beinhalten Pflegemittel für die Brustwarzen ebenfalls Lanolin.

Ein alter und bewährter Hebammen-Trick besteht darin, den wunden Baby-Po mit ein paar Tropfen frischer Muttermilch einzureiben. Aber auch ganz normaler schwarzer Tee beinhaltet Gerbstoffe mit wundheilungsfördernder Wirkung. Den etwas abgestandenen, lauwarmen Tee trägt man dazu vorsichtig auf die Wundstellen auf, ggf. lässt sich das sogar noch einfacher in einem Sitzbad bewerkstelligen. Kamillen-Tee, am Besten aus Kamillenblüten aus der Apotheke oder dem Reformhaus ist ebenfalls sehr gut geeignet für solche Sitzbäder (nicht nur für Kleinkinder).

Fazit

Hier sei noch erwähnt, dass manche Tipps, für einen wunden Baby Po, auf den ersten Blick vielleicht etwas mühselig erscheinen mögen, aber das dankbare Lächern im Gesicht des Babys und sein endlich wieder gesunder, zarter Baby-Po als Garant für entspannt durchschlafene Nächte sind doch die Mühe wert.

Bildquelle
Artikelbild: © panthermedia.net / Sandra Weber

Baby Wunder Po
Artikel bewerten

Eingehende Suchanfragen für diese Seite:





-Anzeige-