Ultraschall von einer Wirbelsäule-min | © PantherMedia / tanshy

Baby spreizt die Beine nur noch teilweise ab. Hüftdysplasie – Was tun?

Hüftdysplasie ist eine erworbene oder angeborene Fehlbildung der Hüftgelenkpfanne. Sie tritt bei etwa zwei bis drei von 100 Neugeborenen auf, vor allem bei Mädchen. Ohne Behandelung der Hüftdysplasie ist eine anhaltende Schädigung von Hüftkopf oder Gelenkpfanne erdenklich. Dies können zu spätere Gehbehinderung sowie vorzeitige Abnutzungserscheinung hinauslaufen. Hier lesen Sie alles Wichtige dazu.

Was ist eine Hüftdysplasie?

Eine Hüftgelenksdysplasie oder Hüftdysplasie ist eine angeborene Deformationen des Hüftgelenks. Dabei ist die Gelenkpfanne des Hüftgelenks zu klein oder zu tief. Als Auswirkung findet der Kopf des Oberschenkelknochens – der Hüftkopf – darin nicht ausreichend Halt. Der Fachbegriff dafür lautet Dysplasia coxae congenita.

In ausgeprägtem Fällen kann der Hüftkopf teilweise oder sogar vollständig aus der Hüftpfanne entgleiten. In solchen Fällen spricht man von einer Subluxation bzw. Luxation des Hüftgelenks. Wenn eine Hüftgelenksdysplasie rechtzeitig erkannt wird, kann sie meist vollständig korrigiert werden. Ohne Behandlung sich Spätfolgen möglich.

 

Wie wird eine Hüftdysplasie behandelt?

Bei der Behandlung der Hüftdysplasie stehen sowohl konservative als auch operative Maßnahmen zur Verfügung. Wie diese dann verläuft, hängt ganz alleine vom Schweregrad der Veränderung ab. Die konservative Behandlung einer Hüftdysplasie beziehungsweise Hüftluxation bestehen aus drei Säulen:

Ausreifungsbehandlung, Reposition und Retention.

Die operative Behandlungsmöglichkeit wird dann eingesetzt, wenn eine Hüftdysplasie für konservative Therapiemöglichkeiten zu spät diagnostiziert wurde oder wenn die Dysplasie besonders stark ausgeprägt ist, wird der Hüftkopf operativ wieder zentral in die Pfanne gebracht. Eine Operationstechnik, die dabei infrage kommt, ist die Triple-Osteotomie

Baby | © PantherMedia / Alien_Zagrebelna

Baby | © PantherMedia / Alien_Zagrebelna

Was sind die Symptome einer Hüftdysplasie?

Bei Babys verursacht die Hüftdysplasie anfangs keine Beschwerden. Spring der Hüftkopf bei einer Hüftluxation aus der Gelenkpfanne, spreizt das Baby die Beine nur noch stellenweise ab. Auf der betroffenen Seite erscheint das Bein kurzer als auf der anderen Seite. Die Analfurche und Scham falte, sind zur betroffenen Seite hin verschoben. Bei einer beidseitigen Hüftgelenkluxation sind die Beinverkürzung und die Faltensymmetrie nicht immer bestehend.

Bei älteren Kindern kommt es infolge einer Hüftdysplasie eventuell zu einem Hohlkreuz oder einem „Watschelgang“. Bei Erwachsenen äußert sich ein fortgeschrittener Verschleiß im Hüftgelenk durch Schmerzen und zunehmende Unbeweglichkeit.

Welche Ursachen hat eine Hüftgelenksdysplasie

Die Entstehung einer Hüftgelenksdysplasie kann durch verschiedene Risikofaktoren begünstigt werden. Dazu Zählen:

  • Genetische Faktoren: eine Hüftgelenksdysplasie tritt familiär gehäuft vor.
  • Platzmangel oder Fehllage des ungeborenen Kindes in der Gebärmutter, z. B. bei Mehrlingsschwangerschaften, Beckenendlage, Fruchtwassermangel.
  • Frühgeburt;
  • hormonelle Faktoren während der Schwangerschaft: Die Bildung des Schwangerschaftshormons Progesteron kann sich auch auf das ungeborene Kind auswirken und zu einer Auflockerung der Hüftgelenkkapsel führen;
  • neurologische oder muskuläre Erkrankung;
  • Auftreten von anderen Fehlbildungen der Füße oder Wirbelsäulen.