Baby schreien lassen | © panthermedia.net / Shangarey

Baby schreien lassen – Ein grausamer Erziehungstrend?! Ferber-Methode in der Kritik!

Die „Ferber-Methode“ war früher weit verbreitet und wird leider auch heute noch angewendet. Bei diesem Schlafprogramm von Dr.Richard Ferber geht es darum, Babies kontrolliert schreien zu lassen, damit sie lernen, sich selbst zu beruhigen. Angeblich soll diese Methode dazu führen, dass aus den Babies einmal starke und selbstbewusste Menschen werden, die selbstständig sind und mit beiden Beinen fest im Leben stehen. Mittlerweile weiss man aber, dass man den Kindern damit keinesfalls hilft: Sein Baby schreien lassen ist eher eine reine Folter und eine Tortur für diesen kleinen Menschen.
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Baby schreien lassen

[dropcap]E[/dropcap]s ist unerklärlich, wie überhaupt jemand auf die Idee kommen kann, dass es gut sei, Babyschreie einfach zu ignorieren. Noch unverständlicher ist es, dass es Mütter und Väter gibt, die dieses höchst bedenkliche Konzept auch noch umsetzen und ihr Baby tatsächlich schreien lassen.

Als Mutter braucht man sich nur an die Zeit der Schwangerschaft erinnern. Das Baby wuchs im Mutterleib heran und als Mama war man immer dabei. Das Baby konnte die Stimme der Mutter wahrnehmen und spürte Stimmungen – es war immer geborgen und beschützt. Das Baby lernte dabei auch rasch, sich mit Hilfe der Stimme der Mutter zu beruhigen. Das waren die ersten Schritte in Richtung Vertrauen. Schließlich wird das Baby geboren und der Abnabelungsprozess vollzogen. Das Kind erkennt aber instinktiv die Mutter an ihrer Stimme, die ihm so vertraut ist. Ihren Geruch nimmt es ebenfalls wahr.

Wenn die Mutter nicht da ist, fühlt sich das Baby ganz alleine. Es hat gelernt, dass seine Schreie Reaktionen hervorrufen; es wird gefüttert, gewickelt und auch einfach mal getröstet. Da ein Baby nun mal nicht sprechen oder selbst aufstehen und zu seiner Mutter gehen kann, macht es eben durch Schreie auf sich aufmerksam – im festen Glauben, Zuwendung zu bekommen. Bleiben allerdings jegliche Reaktionen aus, verzweifelt das Baby und der kleine Körper stößt Stresshormone in hoher Konzentration aus. Das Baby verspürt blanke Angst, denn es kann sich nicht selbst aus dieser schrecklichen Situation befreien. Sein Baby schreien lassen ist kein heilsamer Prozess – sein Baby schreien lassen ist unterlassene Hilfeleistung!

Das Ur-Vertrauen wird beim Baby schreien lassen zerstört

Im Mutterleib war Baby’s Beruhigungs-Anker die Stimme seiner Mutter – mit ihr wog es sich in den Schlaf. Wenn es jetzt nachts alleine in seinem Bettchen liegt, fühlt es sich alleine und hilflos. Die logische Konsequenz; es beginnt zu schreien, erst leiser und dann immer panischer. Die Schreie werden immer lauter und lauter. Irgendwann verstummen sie aber. Nach Dr.Ferber ist das der Moment, in dem sich das Kind selbst beruhigt hat und schließlich eingeschlafen ist. Die Wahrheit sieht jedoch anders aus!

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Baby schreien lassen Phase 1

  • das Baby beginnt leise zu schreien und ist sich sicher, dass es gleich erlöst wird. Das Ur-Vertrauen ist noch voll intakt.
  • das Baby nimmt wahr, dass nichts passiert. Es schreit lauter, weil es davon ausgeht, nicht gehört worden zu sein.
  • es passiert noch immer nichts und das Baby wird extrem unruhig. Es fühlt sich hilflos und allein.
  • die pure Angst überkommt das Baby, es wird panisch und schreit noch lauter.
  • Todesangst stellt sich ein, dass Kind schreit nicht nur lauthals, es strampelt auch wild mit den Beinen. Puls und Herz rasen.
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Baby schreien lassen Phase 2

  • das Kind ist vollkommen erschöpft, weint und wimmert nur noch. Vollkommene Erschöpfung lässt es schließlich einschlafen.
  • das Ur-Vertrauen ist beschädigt – bei mehrfachen Wiederholungen kann das Baby ernsthafte psychische Schäden erleiden.

Würden sich die Eltern jetzt die Mühe machen, nach dem Baby zu sehen, würden sie feststellen, dass es total verschwitzt ist und förmlich glüht. Es kann nicht im Sinne besorgter Eltern sein, sein Baby zukünftig diesen Horror täglich durchleben zu lassen.

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Ein einfacher Versuch

Man sollte einfach mal eine Notsituation simulieren und versuchen, ohne den Einsatz seiner Stimme auf sich aufmerksam zu machen. Man ist bewegungsunfähig und kann nur Laute von sich geben. Geschieht kein Wunder, wird niemand auf einen aufmerksam – man ist hilflos sich selbst überlassen und kann nichts tun. Genau diese Machtlosigkeit erlebt das Kind mit der „Baby schreien lassen“ Methode.

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Folgen dieser Erziehungsmethode

– Angst im Dunkeln
– einnässen des nachts
– Bindungsängste
– mangelndes Vertrauen
– soziale Abhängigkeiten
– Konzentrationsschwäche
– Hang zu Gewalttätigkeiten/Aggressionen
– Depressionen
– Drogen/Tablettensucht.

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Fazit Baby schreien lassen

Es ist niemandem zu empfehlen, diese Methode anzuwenden. Das Baby leidet und man selbst als Eltern auch. Die Spätfolgen sind nicht absehbar. Ein Baby ist kein Roboter, der nur Recht auf Essen, Trinken und frische Windeln hat und ansonsten „funktionieren“ muss – ein Baby braucht viel Zuwendung und dafür muss man sich Zeit nehmen, wann immer es nötig ist! Eben auch Nachts! Die Ferber-Methode: Wer sein Baby liebt, tut ihm das nicht an…