Start der Aktionswoche für Kinder aus Suchtfamilien

Die bundesweit laufende Aktionswoche für Kinder aus Suchtfamilien hat am vergangenen Freitag begonnen. Die Aktionswoche ist ein Projekt der Initiative „Nacoa Deutschland“ mit Sitz in Berlin. Hierbei handelt es sich um eine Interessensvertretung für Kinder aus Suchtfamilien.

Jedes siebte deutsche Kind ist betroffen

In Deutschland ist jedes siebte Kind von Alkoholmissbrauch mindestens eines Elternteils betroffen. Alkoholsucht ist eine Krankheit, die die ganze Familie erfasst. Dazu gehören eben auch die Kinder, die selbst nicht zu Alkohol und Drogen greifen, aber ein erhöhtes Risiko haben, später selbst eine Sucht zu entwickeln.

Im Rahmen der Aktionswoche für Kinder aus Suchtfamilien bieten deutschlandweit verschiedene Institutionen und Einrichtungen Projekte an. Aktiv ist unter anderem die Suchtberatungsstelle der Caritas Ulm. Dass Kinder von suchtkranken Eltern ein sechsfach erhöhtes Risiko haben, eine eigene Sucht zu entwickeln, hat einen nachvollziehbaren Grund: Denn sie wachsen mit vielen Ängsten auf. Viele Kinder müssten schon in sehr jungen Jahren viel zu viel Verantwortung für ihr Alter übernehmen.

Die Kinder schämen sich außerdem für ihre Eltern und laden aus Scham zum Beispiel auch keine Freunde zu sich nach Hause ein. Die Eltern tabuisieren ihre Sucht. Bernd Tiltscher von der Suchtberatungsstelle der Caritas Ulm sagt, dass die Kinder wissen, dass “ihr Nest zerbrechlich ist“. Sie leiden unter der Sucht der Eltern und hofft, dass Familien sich Hilfe suchen. Aber er weiß, dass nur 20 Prozent der Süchtigen den Weg in Beratungsstellen finden.

Und selbst wenn sich die Eltern in Behandlung befinden, wird den Kindern nicht immer geholfen. Deswegen möchte er auf die Aktionswoche aufmerksam machen. In Ulm wird das Projekt „echt stark“ angeboten. In Gruppen wird zum Beispiel über die Belastungssituation gesprochen.

Quelle: www.swp.de (Südwest Presse)
Bildnachweis: ©Vladimir Nenov / iStock

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