Ein Erinnerungswald zur Trauerbewältigung

Laut der Deutschen Kinderkrebsstiftung erkranken pro Jahr rund 2000 Kinder bis 16 Jahren in Deutschland an Krebs. Die Heilungsraten sind nach Aussage des Stiftungssprechers Klaus Riddering sehr unterschiedlich. Bei Leukämie seien sie mit 90 Prozent deutlich besser als um Beispiel bei Hirntumoren mit 50 Prozent. Nach Angaben des Stiftungssprechers werden drei Viertel aller Kinder wieder gesund. Ein Viertel jedoch stirbt. Für die Angehörigen gibt es verschiedene Möglichkeiten der Trauerbewältigung. In Koblenz zum Beispiel wächst derzeit ein Erinnerungswald.

Verbindung zwischen Erde und Himmel

Der Erinnerungswald für tote Jungen und Mädchen wurde von der Elterninitiative krebskranker Kinder eingerichtet. Er kann Angehörigen bei der Trauerbewältigung helfen. Bislang stehen etwa 15 Bäume auf dem Gelände im Stadtwald und erinnern an die Kinder, die viel zu früh gestorben sind.

Gepflanzt wurden die Bäume zum Teil auch von Eltern, deren Kinder schon vor vielen Jahren starben. Sie haben zwar gelernt, mit dem Schmerz umzugehen, aber sie haben nicht vergessen. An dem Baum in dem Wald sind sie ihrem Kind wieder ganz nahe. Der Baum wird zu einem Symbol für das Leben, das nicht vorbei ist. Er wächst weiter.

Insbesondere auch für Geschwisterkinder ist der Erinnerungswald manchmal näher als das Grab auf dem Friedhof. Die Elterninitiative krebskranker Kinder wurde vor fast 25 Jahren gegründet. Für die Mitglieder ist es schön zu sehen, wie aus einst krebskranken Kindern heute gesunde Erwachsene geworden sind, die zum Teil selbst schon Kinder haben. Der Wald soll jedes Jahr im Herbst an einem bestimmten Tag größer werden. Die Eltern können sich ein Baum aussuchen und außerdem eine Schiefertafel gestalten. Der Wald wird als eine Verbindung von der Erde zum Himmel gesehen und nicht als ein Friedhof. Deshalb sind Fotos, Engel oder Kerzen auch nicht erlaubt.

Quelle: www.t-online.de
Bildnachweis: ©Vladimir Nenov / iStock

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