Die Klassenbesten werden oft zu Mobbing-Opfern

Insbesondere in der Mittelstufe haben Schüler mit guten Noten unter den Schikanen ihrer Mitschüler zu leiden. Denn gute Zensuren sind in Deutschland gerade in dieser Altersklasse immer noch nicht „in“ und auch nicht cool. In der Oberstufe ändert sich das aber.

Eltern sollten Probleme nicht im Alleingang klären wollen

Heinz-Peter Meidinger ist Bundesvorsitzender des Deutschen Philologenverbands. Er wird in einem Bericht der Online-Ausgabe der Zeitung Die Welt zitiert und sagt, dass das Wort Streber weiter an deutschen Schulen ein Schimpfwort sei. Gerade in der Altersklasse der Zehn- bis Vierzehnjährigen sei es schwierig, mit einer Eins in Mathe, Deutsch oder Latein zu punkten und sich so die begehrte Anerkennung der Mitschüler zu sichern.

Die bekämen eher die Schüler, die im Unterricht den Lehrer nerven oder sich sportlich behaupten. Der Schulexperte sieht in dieser Anti-Haltung zum Streber eine Tradition in Deutschland, weil sich die Gesellschaft und die Politik viel zu lange auf das untere Ende der Leistungsskala konzentriert hätten und an die Klassenbesten nicht gedacht würde.

Mobbing-Experten sehen aber gerade in den Klassenbesten Mobbing-Opfer. Die Fachleute raten Eltern, Mobbing-Probleme nicht im Alleingang lösen zu wollen. Die Eltern würden sich so zu Stellvertretern machen, die die Konflikte ihrer Kinder austragen würden.

Im optimalen Fall würden die Schüler ihren eigenen Weg finden, ansonsten seien nicht nur die Eltern, sondern auch Lehrer in der Pflicht. Oftmals sei es aber so, dass Schulleiter und Lehrer es nicht wahrhaben wollen, dass es Mobbing unter ihren Schülern gibt. Wenn jedoch schnell interveniert werden, sei häufig eine zügige Lösung in Sicht.

Quelle: www.welt.de
Bildquelle: ©mandygodbehear /iStock

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