Namensgebung: Standesämter werden großzügiger

Eltern, die sich für ihr Kind einen außergewöhnlichen Namen aussuchen, hatten früher mehr Schwierigkeiten, diesen bei deutschen Standesämtern durchzusetzen. Da wurde manches Mal auch die Justiz eingeschaltet und ein Gericht musste entscheiden. Inzwischen sind die Behörden groß- und freizügiger geworden – und deshalb heißen manche Kinder heutzutage zum Beispiel auch Milka, Fanta oder Sunil.

Die Herkunft der Eltern spielt eine große Rolle

Es ist aber nicht immer ein Tick oder Spleen der Eltern, der dafür sorgt, dass manche Kinder sehr außergewöhnliche Namen haben. Sehr häufig spielt auch die Herkunft eine Rolle. Denn viele der Vornamen, die Kopfschütteln hervorrufen und die Vermutung aufkommen lassen, dass Eltern zu viel auf Markenprodukte stehen, sind in anderen Ländern tatsächlich echte und durchaus alltägliche Vornamen.

Sunil ist zum Beispiel ein alter Männername aus Indien, Fanta ist ein Frauenname in Westafrika und Milka gibt es im südslawischen Raum. In Leipzig gibt es eine Beratungsstelle, in der täglich Anfragen zu Vornamen von Standesämtern aus ganz Deutschland eintrudeln.

Dabei sind sehr häufig Städte mit einem hohen Ausländeranteil bei den Anfragen vertreten, weil viele Vornamen aus anderen Ländern hier in Deutschland nicht geläufig sind. Auf die Namenswahl hat aber nicht nur die Herkunft der Eltern Einfluss.

Oftmals werden Anregungen aus dem Fernsehen übernommen. Die Leipziger Vornamenberatungsstelle weist darauf hin dass die Vornamen geschlechtseindeutig sein müssten. Ist das nicht der Fall, dann muss ein Zweitname mit einer absoluten Eindeutigkeit hinterher. Trotz der zunehmenden Offenheit der Standesämter: Manche Namen bleiben tabu und werden nicht erlaubt, so zum Beispiel Superman oder auch Porsche. Übrigens sind die meisten Eltern aber bodenständig und geben ihren Kindern gängige und bekannte Vornamen.

Bildquelle: ©Vivid Pixels / iStock

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