Mangel an Sicherheitsgefühl bei Krippen-Kindern?

Ein Mangel an Sicherheits- und Geborgenheitsgefühl kann Ursache für mehr Stresshormone bei Krippen-Kindern sein. In der Fachzeitschrift Pädiatrie heute nimmt der Bielefelder Facharzt für Kinder- und Jugendmedizin, Dr. Rainer Böhm, zu diesem Thema Stellung. Er warnt vor einem erhöhten Cortisol-Spiegel und schädlichen Folgen bei Kindern, die aushäusig betreut werden.

Forderung nach Unterstützung der elterlichen Betreuung

Stress ist objektiv messbar durch den Cortisol-Wert im Speichel. Hohe Cortisol-Spiegel sollen nämlich die Produktion von für die Immunabwehr nötigen Antikörper über die Schleimhäute reduzieren. Und dies könne die erhöhte Anfälligkeit von Krippenkindern für Virusinfektionen erklären, so die Ergebnisse einer Studie. Verschiedene andere Studien haben zudem ergeben, dass Kinder die schon sehr früh sehr umfangreich aushäusig betreut werden, mehr ängstlich-depressive Züge aufweisen.

Auch aggressives Verhalten könne die Folge sein. Die NICHD-Studie leitet aus ihren Befunden Empfehlungen für eine außerfamiliäre Betreuung von Kindern, die jünger als drei Jahre alt sind, ab. Ergänzt wurden diese Leitlinien auf der Jahrestagung 2011 der Deutschen Gesellschaft für Sozialpädiatrie und Jugendmedizin, veröffentlich sind sie als „Bielefelder Empfehlungen“.

Unter anderem wird darauf hingewiesen, dass eine Gruppentagesbetreuung für unter Dreijährige hohe Qualitätsanforderungen erfüllen muss. Nicht empfohlen wird eine Gruppentagesbetreuung bei unter Zweijährigen. Zwischen dem zweiten und dritten Geburtstag solle maximal eine halbtägige Gruppentagesbetreuung erfolgen, höchstens bis zu 20 Stunden der Woche. Außerdem weisen die Fachleute darauf hin, dass die elterliche Betreuung gerade in den ersten drei Lebensjahren des Kinders unbedingt unterstützt und gefördert werden solle.

Quelle: www.onmeda.de
Bildnachweis: ©omgimages / iStock


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