Illegale Downloads: Eltern müssen nicht immer für ihre Kinder haften

Der Bundesgerichtshof hat mit einer Entscheidung für Aufatmen bei vielen Eltern gesorgt. Denn es gibt nun ein Urteil, das besagt, dass Eltern nicht immer für Raubkopien ihrer Kinder haften müssen. Und das gilt auch, wenn die Kinder bereits volljährig sind. Allerdings haften sie dann natürlich selbst.

Kinder über die Rechtsverstöße aufklären

Wenn Musik in Internet-Tauschbörsen illegal kopiert wird, dann gibt das nicht nur Ärger zuhause, sondern es handelt sich dabei auch um einen Rechtsverstoß. Und der hat juristische und oftmals sehr teure Folgen.

Der Bundesgerichtshof hat jedoch in dieser Woche entschieden, dass Eltern nicht immer für die illegalen Downloads ihrer Kinder haften müssen. Die Pflichten von Eltern bezüglich der Raubkopien des Nachwuchses wurden somit klarer gemacht als bisher.

Eltern von volljährigen Kindern sind nach dem Urteilsspruch noch nicht einmal dazu verpflichtet, den Nachwuchs über diese Rechtsverstöße aufzuklären, da die Volljährigen selbst für ihre Handlungen verantwortlich seien.

Aber das ist natürlich kein Freifahrtsschein, weil die volljährigen Kinder auch zur Rechenschaft gezogen werden können. Nur sind die Eltern, die den Internetanschluss „aus familiärer Verbundenheit“ zur Verfügung stellen, selbst nicht haftbar.

Die Aufklärung müsse allerdings geschehen, wenn es Anhaltspunkte für illegale Downloads gibt, so die Richter. In Haftung genommen werden können jedoch Eltern von minderjährigen Kindern, wenn sie dem Nachwuchs die illegalen Downloads nicht zuvor verboten haben. Der Bundesverband Musikindustrie (BVMI) ging im Jahr 2012 von rund 3,1 Millionen Menschen aus, die in Deutschland aus illegalen Quellen Musik, Filme oder andere Dateien runtergeladen haben. Der aus dieser illegalen Nutzung zu beziffernde Schaden ist nicht wirklich bekannt. Es gibt aber Studien, die von mehreren hundert Millionen Euro im Jahr ausgehen.

Bildnachweis: © Vadim Ponomarenko / iStock

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