Zu viel Lob kann schüchterne Kinder stressen

Jahrzehntelang wurde das Loben als äußerst wichtiger Punkt in der Erziehung aufgeführt. Nun gibt es neue Studien, dass zu viel Lob schüchterne Kinder aber eher stressen, als stärken kann. Sicherlich soll auf Lob nicht verzichtet werden, aber das überschwängliche Loben wird nun zum Teil kritisch gesehen.

Ein richtiges Maß und eine überlegene Wortwahl sind sinnvoll

Gerade zaghaften und schüchternen Kindern, die wenig Selbstbewusstsein haben, sollte Lob helfen. Aber allzu enthusiastische Hymnen gegenüber nicht mehr ganz so kleinen Kindern werden nun getadelt. Zu diesem Ergebnis kommt ein junger niederländischer Psychologe, der zusammen mit Kollegen Untersuchungen mit niederländischen Kindern im Grundschulalter durchgeführt hat.

Zunächst fanden die Psychologen heraus, dass Erwachsene dazu neigen, Kinder mit einem kleinen Selbstbewusstsein nicht einfach nur mit dem Satz „Das hast Du gut gemacht“ loben, sondern auch bei bescheidenen Anlässen zu Attributen wie „fantastisch“, „unglaublich“, „sensationell“ oder „perfekt“ griffen.

Der Test wurde mit fiktiven Kindern durchgeführt, die Eigenschaften des Kindes wurden den Testpersonen beschrieben. In weiteren Untersuchungen wurde auch festgestellt, dass Kinder, die als unsicherer gelten, sehr häufig und überschwänglich gelobt wurden.

Die Psychologen nannten diesen Loben „inflationär“. Und dieses inflationäre Lob könne auch nach hinten losgehen. Grund könne eine sinkende Zuversicht sein, den Ansprüchen der Eltern oder Erwachsenen auch in Zukunft gerecht zu werden. Deshalb vermuten die Psychologen, dass übertriebenes Lob die Kinder unter Druck setze.

Wer ein geringes Selbstbewusst habe, glaube nach überschwänglichen Beifallsstürmen, so enorm Gutes geleistet zu haben, dass das jetzt immer so sein müsse. Daraus entstehen möglicherweise eine Angst vor einem hohen Standard und eine Angst, künftig zu versagen. Deshalb würden Herausforderungen vielleicht auch gar nicht mehr angenommen. Das richtige Maß und eine überlegte und nicht überzogene Wortwahl seien daher sinnvoller.

Bildnachweis: ©antikainen / iStock

0 Kommentare

Hinterlasse ein Kommentar

An der Diskussion beteiligen?
Hinterlasse uns deinen Kommentar!

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.