Kinder besonders stark von Armut in Deutschland betroffen

Wiesbaden zählt eigentlich zu den 20 wohlhabendsten Städten in Deutschland. Aber dennoch leben in der Hauptstadt Hessens nach dem jüngsten Sozialbericht der Stadt mehr als 30 000 Menschen in Armut – und der Großteil davon sind Kinder. Eine alarmierende Nachricht.

Gleiche Chancen auch für arme Kinder

Pompöse Straßen, schöne Parkanlagen, Pelzmodengeschäfte und Boutiquen sowie Villenviertel: Wiesbaden hat einiges an Luxus zu bieten. Aber die Stadt hat auch noch ein anderes Gesicht. Denn die Armutsquote liegt hier etwa bei 12,6 Prozent. Und die am stärksten von Armut betroffene Personengruppe sind dabei Kinder unter sieben Jahren.

Dem städtischen Bericht zufolge leben fast 10 000 Kinder in Wiesbaden am Rande des Existenzminimums. Die Stadt ist jedoch keine Ausnahme. In Deutschland leben nach Auskunft des Deutschen Kinderschutzbundes (DKSB) mehr als 2,5 Millionen Kinder in Einkommensarmut.

Das Ausmaß der Kinderarmut sei seit vielen Jahren sehr hoch und es habe schwerwiegende Folgen: Denn Kinder aus armen Familien haben schlechtere Chancen auf einen guten Bildungsabschluss, haben schlechtere Wohnbedingungen und sind nicht selten auch eingeschränkt in ihrer körperlichen und gesundheitlichen Entwicklung.

Der Deutsche Kinderschutzbund fordert daher einen umfassenden Ausbau der Betreuungsinfrastruktur. Ziel ist die Verminderung von unterschiedlichen Chancen der Kinder durch eine qualitativ hochwertige Betreuung. Außerdem soll so die Vereinbarkeit von Familienleben und Erwerbstätigkeit verbessert werden.

Gefordert wird außerdem eine kostenfreie Bildung und Betreuung von der Kindertagesstätte an bis hin zur Universität. Eine weitere Forderung sind bedarfsgerechte Regelsätze für Kinder in der Grundsicherung.

Bildnachweis: MilaSemenova / iStock


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